Aargau Marathon 2018 – Nur Halbmarathon

Vorgeschichte

Nach meinen Motivationsproblemen bei flachen Läufen letztes Jahr, habe ich gar nicht in Betracht gezogen, mich für den Aargau Marathon anzumelden. Trainingsläufe habe ich auch fast keine gemacht, so dass ich zwar die 42km schaffen würde, aber wohl nur mit einem unsäglichen Kampf.

Der Aargau Marathon 2018 war also für mich kein Thema. – Bis ich dann Ende April am Volkslauf bei den 10 Meilen locker und zufrieden gelaufen war und nachher feststellte, dass beim Aargau Marathon auch ein Halbmarathon angeboten wird. Kurz die Termine mit der Familie gecheckt und dann angemeldet. Es geht nicht darum, eine gute Zeit zu laufen. Einfach mal wieder zwei Stunden non-stop unterwegs sein. Ich denke ich müsste es in 1:55h schaffen können.

Die Anreise am Sonntag Morgen erfolgt mit dem ÖV bis nach Wildegg. Ich nehme ich meine Startnummer in Empfang, mache mich bereit und versuche noch ein paar mir bekannt Marathonläufer beim vorbeilaufen zu grüssen. Pius kommt etwa nach 1:50h hier bei der Halbmarathonmarke vorbei, Rolf nur wenige Sekunden unter 2h und somit direkt vor unserem Start.

Strecke

Das Rennen

Der Start des Halbmarathons erfolgt um 11:00 Uhr. Ich starte fast zu hinterst im Feld. Ochsner Sport Running Coach Pascal startet auch so weit hinten, obwohl er einiges schneller ist als ich. Wir nehmen es auf den ersten beiden Kilometern ziemlich gemütlich. Zum einen bewusst, zum anderen ist es noch ziemlich eng auf der Strecke und deshalb muss man sich einfach mal einreihen.

Das Wetter ist ideal heute. Es ist bedeckt, Temperatur rund 15° und es ist trocken und sollte dies bis ins Ziel auch bleiben. Kurz nach dem Start die erste kleine Steigung raus aus Wildegg. Pascal zieht nun langsam nach vorne, ich lasse mich aber nicht anstecken, da ich mir sicher bin, sein Tempo nicht mitgehen zu können. Nach rund 1.5 Kilometern überhole ich dann Rolf, welcher gut unterwegs ist bei seinem Trainingslauf für die 100km von Biel. Wir wechseln ein paar Worte und dann lasse ich ihn hinter mir.

Nach Wildegg Richtung Niderlenzer Wald

Nach Wildegg geht es zuerst über Wiesen und dann in den Wald. Die Strecke führt bis zur Autobahn A1 rüber, kurz parallel zu dieser und dann zurück nach Niederlenz. In Niederlenz geht es ins Dorf runter, über den Bach und dann auf der anderen Seite wieder eine kleine Steigung hoch. Es ist zwar kein Stadtmarathon mit vielen Zuschauern und Musikgruppen. In den Dörfern stehen aber überall Leute und feuern die Läufer an. So ist es kurzweilig.

Ausgangs Niederlenz geht es wieder in den Wald Richtung Rupperswil. Gut ein Drittel der Strecke habe ich schon geschafft und es ist noch immer alles im grünen Bereich. Ich hatte am Morgen noch etwas Muskelkater von einem 1000er-Stägeli-Training am Donnerstag. Während des Rennens behindert mich das aber nicht und muskulär ist alles in Ordnung. Ich versuche den Puls um 160 Schläge zu halten und auch die Atmung geht noch ruhig. Komfort-Zone!

Im Wald vor Rupperswil

Im Wald geht es dann leicht abwärts und ich nutze dies, um das Tempo etwas anzuziehen. Ich hüte mich aber davor, meine Körner zu früh zu verschiessen denn wir sind erst kurz vor der Hälfte der Strecke. Durch Rupperswil hat es dann wieder Zuschauer und hier befindet sich auch eine Wechselzone des Teamlaufs. So hat es dann im Prinzip drei Tempogruppen unterwegs: die Marathon-Läufer, welche bereits über 30km in den Beinen haben und etwas am kämpfen sind, die Halbmarathoner, welche Halbzeit haben und noch frischer sind und die Team-Läufer, welche zum Endspurt ihrer Teilstrecke ansetzen.

Für mich ist interessant, dass ich nun in etwa der gleichen Region unterwegs bin, wie ich es auch beim Marathon wäre. Entsprechend kann ich gut mitfühlen, wie es den Marathon-Läufern geht, welche ich überhole. Leider laufe ich dann ausgangs Rupperswil auf Pius auf. Der müsste meiner Meinung rund 10 Minuten weiter vorne sein. Er sieht zwar gut aus, muss aber Probleme haben. Er meint dann auch, er wolle mit den Marathons aufhören. Mal sehen, ob er das nach dem Rennen wieder revidiert. 🙂

Durchschnittspuls 161 Schläge/Minute

Als wir nach 13 Kilometern an die Aare runter kommen, setzt bei mir auf einmal eine Art Flow ein. Obwohl es nicht mehr bergab geht, kann ich das Tempo gut halten und laufe recht mühelos. Wir sind nun auf der Strecke, welche ich vom Volkslauf her kenne und mich deshalb heimisch fühle. Ich hatte mich entschieden, die Raidlight-Laufweste mit einer Softflask Wasser mitzunehmen. Die Flasche ist mittlerweile leer und ich will an der Verpflegung einen Becher nehmen. Leider ist von weitem nicht erkenntlich, in welchen Bechern Wasser ist und ich verpasse es deshalb. Anhalten will ich aber auf keinen Fall.

Während ich bis jetzt meist alleine gelaufen bin, finde ich so bei Kilometer 14 ein „Opfer“ für meine bewährte Taktik. Ich hänge mich an einen Läufer, welchen ich gefühlsmässig überholen könnte und konzentriere mich nur auf seine Füsse. So kann ich Energie sparen und mich von ihm ziehen lassen. Ich verbiete mir bewusst Blicke auf meine Uhr und will gar nicht mehr wissen, wie weit wir schon sind oder wie hoch mein Puls ist. Das Ganze funktioniert tiptop bis nach Kilometer 18. Dort habe ich das Gefühl, er verliert an Tempo und überhole ihn.

Über die Aare bei Biberstein

Auf einen richtigen Endspurt habe ich wieder keine Lust, versuche aber das Tempo auf den letzten beiden Kilometern hoch zu halten oder sogar noch etwas anzuziehen. Über die Kettenbrücke geht es dann in die Altstadt und schon sind wir auf den letzten paar hundert Metern. Nach der letzten Kurve gibt es dann doch noch ein Endspurt-Duell mit einem anderen Läufer, welches unentschieden endet. Ich vergesse dabei sogar meine Uhr zu stoppen. Nach 1:51:25 bin ich im Ziel. Mit der Zeit bin ich sehr zufrieden, vor allem da die Renneinteilung gut war und ich nie das Gefühl hatte, an meine Grenzen zu kommen.

Altstadt Aarau

Fazit und Ausblick

Ich bin froh, habe ich mich gegen den Marathon und dafür für den Halbmarathon entschieden. Das Rennen hat mir Spass gemacht und war ein gutes Training.

Als nächster Test steht nun der Swiss Canyon Trail 45K an. Endlich geht es auf die Trails!- Einige Gedanken mache ich mir noch wegen dem X-Alpine. Dies dürfte der technisch anspruchsvollste Lauf sein, welchen ich schon absolviert habe. Zudem findet er recht früh (vor Mitte Juli) in der Saison statt. Ich habe also nur noch knapp zwei Monate Zeit, die notwendigen Höhenmeter zu trainieren, damit ich das Ding sicher finishen kann.

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