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Trail-Running-Training im Saanenland

Diese Woche war ich anlässlich einer Weiterbildung im Saanenland (Saanenmöser). Ich habe mir gedacht, ich nutze die Zeit gleich für etwas „Berg-Training“. Neben dem Trainingseffekt ging es mir dabei drum, die gesamte Ausrüstung zu testen und vor allem das Laufen mit den Stöcken besser zu lernen. Folgende Läufe habe ich absolviert:

Sonntag, 25.8.:
Nach dem Einchecken im Hotel bin ich eine kurze (6km) Runde mit wenigen Höhenmetern gelaufen. Es war strenger als gewünscht. Nach der Anreise im Auto hat es aber trotzdem gut getan und ich hatte mir ein Feierabendbier an der Bar verdient.

Montag, 26.8.:
Wir haben zweieinhalb Stunden Mittagspause und nach einem Salätchen versuche ich auf das Horneggli zu laufen (ca. 480Hm). Ziemlich gestresst geht es ohne Einlaufen direkt in den Aufstieg. Ich schaffe den Aufstieg in 33 Minuten und habe so genügend Zeit um die Hornfluh zu umrunden. Den Downhill schaffe ich in 17 Minuten. Die Mittagspause ist optimal genutzt und ich habe den Kopf wieder frei für das Seminar.

Dienstag, 27.8.:
Heute haben wir am Nachmittag frei und ich will das natürlich nutzen. Ich verzichte gleich ganz auf das Mittagessen und ziehe mich sofort um. Als ich bereit bin, regnet es draussen und ich warte erst mal ab. Nach knapp einer Stunde sieht es dann besser aus und ich laufe los. Zuerst flach Richtung Schönried, dann wieder hoch zum Horneggli. Ich nehme dann den Weg über die Hornfluh zum Hornberg. Auf 1900m bin ich in den Wolken und es nieselt etwas. Ich treffe keine Leute an und geniesse die Ruhe. Ab dem Hornberg laufe ich über das Turbachtal nach Gstaad. Dort beschliesse ich, noch den Rellerligrat in Angriff zu nehmen. Der Weg führt zuerst flach nach Saanen, von dort sind es dann etwas über 800m bis aufs „Rellerli“. Während dem Aufstieg beginnt es zu regnen und wird ziemlich kühl. Ich bin froh, dass ich die „Notfall-Packung“ bei mir habe und ziehe mir Regenjacke und Mütze an. Für den Abstieg muss ich dann sogar die Handschuhe anziehen, da ich vor Kälte die Hände fast nicht mehr spüre.

Es ist zwar nicht angenehm, im Regen durch die Berge zu laufen, ich bin aber froh um den Erfahrungsgewinn und bekomme auch Respekt vor dem raschen Temperaturwechsel. Ich denke es lohnt sich lieber mal etwa zu viel mitzunehmen. Nach 3:55h bin ich wieder im Hotel und die heisse Dusche ist wirklich verdient. Insgesamt 26km und 1500Hm.

Mittwoch, 28.8.:
Den gestrigen Lauf habe ich gut verdaut und spüre wenig im Körper. So will ich es heute nochmals wissen. Ich möchte zum Lauenensee und wieder zurück laufen. Dies nicht auf dem einfachsten Weg. Ich starte um 13:15 und nehme diesmal die Asphaltstrasse direkt auf den Hornberg. Ich will über den Türlipass nach Lauenen weiter und habe das Gefühl, der Höhenweg sei schneller als unten durch das Turbachtal. Der Höhenweg ist dann auch spektakulär, aber alles andere als schnell.

Nach 2:45 (16:00 Uhr) bin ich dann beim Türlipass und rechne mal kurz durch, wie lange ich zurück zum Hotel brauche. Nachtessen um 19:00 wäre nämlich schon eine tolle Sache. Ich habe verschiedene Möglichkeiten:
1. Zurück durchs Turbachtal nach Gstaad oder über den Hornberg nach Saanenmöser
2. Über den Wasserngrat nach Gstaad
3. Weiter nach Lauenen, von dort nach Gstaad

Möglichkeit 1 scheidet aus, da dies die am wenigsten reizvolle Variante ist. Möglichkeit 2 dauert zu lange, und wäre die anstrengendste. Die heb ich mir für ein anderes Mal auf. Also Downhill nach Lauenen.

Der Downhill macht Spass. Als dann das Handy klingelt und ich abnehmen will, resultiert ein kapitaler Sturz mit Schürfung und Wadenkrampf. Wieder was gelernt! In Lauenen reizt das Postauto. Ich bleibe aber hart und will bis Gstaad laufen. Der Weg ist dann auch toll, allerdings leide ich nach fast 4 Stunden auf den Füssen. Ich rufe mal den Fahrplan ab Gstaad ab und sehe sofort, dass ich den 17:05 Zug nicht erreiche und nachher bis 18:11 warten muss. Während ich mich vorwärts kämpfe wäge ich die Möglichkeiten ab. Eigentlich könnte ich mir die Zugfahrt gönnen, andererseits macht es keinen Spass zu warten und es wäre natürlich toll, die Runde zu Fuss abzuschliessen.

Um 17:18 bin ich in Gstaad am Wanderweg-Wegweiser. Saanenmöser 2h. Das heisst ich kann das in 1h schaffen und wäre somit ein paar Minuten vor dem Zug da. Also los!

Zuerst führt der Weg durch die Luxus-Chalets von Gstaad. Dann über die Wiesen Richtung Schönried. Mir fehlt etwas richtiges im Magen und Wasser mag ich auch nicht mehr richtig trinken. Ich freue mich auf Cola oder Bier im Hotel und natürlich auf die Dusche. Obwohl ich die Füsse nicht getapt habe, machen diese wenig Mühe und ich freue mich darüber. Auf den letzten Kilometern telefoniere ich noch kurz nach Hause, da ich im Hotel wahrscheinlich zu wenig Zeit habe vor dem Nachtessen. Schlussendlich ist es geschafft. Nach gut 5h Laufzeit habe ich es geschafft. 37km/1370Hm. Ich bin sehr zufrieden mit meiner Leistung. Als ich meine Sachen auf den Balkon hänge trifft der Zug aus Gstaad im Bahnhof ein. Dieses Rennen habe ich also gewonnen. Eine Blase habe ich mir eingefangen, zudem bleibt ein Fünfliber grosses Stück Haut der Fusssohle gleich an den Socken kleben. Ansonsten aber alles gut überstanden.

Fazit:
Die Rennerei/Gehherei in den Bergen hat mich wirklich gepackt. Mit dem Raidlight-Rucksack und den Stöcken funktioniert das gut. Ich freue mich und bin gespannt auf den Sardona-Trail-Marathon. Die mehrstündigen Läufe geben mir sehr viel Energie und ich will versuchen, wieder konsequent einen langen Lauf in der Woche einzubauen.

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