Montreux – Stechelberg / Tag 1 / Montreux – Arnesee

Vorgeschichte

Wie viele Bücher von Leuten, welche mehrere Wochen und Monate auf einsamen Trails durch Kontinente zogen, habe ich schon gelesen? Jakobsweg, Appalachian Trail, Pacific Crest Trail, Continental Divide Trail, Norge pa langs. Alle kenne ich vom Lesen! – Ein Traum von mir ist, mal einen solchen Trip selber zu durchleben. Einen passenden Rucksack habe ich mir auch schon gekauft. Leider führt dieser bis jetzt so 363 Tage im Jahr, ein nicht-artgerechtes Leben bei uns im Keller.

Bei den Run for Hope Projekten «Via Alpina» und «Mönch – Monaco» bin ich dann zusätzlich auf den Geschmack nach alpinem Fernwandern gekommen. Und da dieses Jahr praktisch alle Läufe abgesagt wurden, darunter meine Saisonhöhepunkte Eiger Ultra E101 und TOR130, gibt es auf einmal Zeit für individuelle Projekte.

Da ich die Via Alpina vor zwei Jahren nur von Grindelwald bis ins Weisstannental mitgemacht habe, liegt es auf der Hand, den westlichen Teil von Montreux nach Grindelwald nachzuholen. Die Betriebsferien boten einen passenden Zeitpunkt, das Projekt anzugehen und so habe ich die Planung gestartet. Beim Kartenstudium bin ich dann nach dem Rochers de Naye über den Lac d’Hongrin gestolpert. Dort war ich vor 23 Jahren während der RS in der Schiessverlegung. Und dort wollte ich wieder mal hin. Als die Original-Via Alpina dann planerisch schon mal verlassen war, habe ich mal eine eigene Route bis Grindelwald gesucht. Südlicher, gebirgiger und mit weniger Ortschaften. Schlussendlich hatte ich drei GPS-Tracks mit den Varianten «Hardcore», «Medium» und «Via Alpina».

Bis nach Grindelwald in vier Tagen zu wandern, war mir dann aber doch etwas heftig und so haben Silvia und ich ein Wochenende genutzt, um die Etappe Stechelberg – Grindelwald schon mal zu erledigen. Zudem ist geplant, dass Silvia während meiner Tour auf die Griesalp kommt und wir die letzte Etappe bis Stechelberg zusammen marschieren. Zuerst muss ich es aber zeitgerecht bis zur Griesalp schaffen!

Anreise

Am Montag Morgen geht es dann also zeitig los. Silvia fährt früh zur Arbeit und lässt mich beim Bahnhof Aarau um 5:20 Uhr raus. Mit dem Zug geht es nach Olten, wo ich im Migrolino noch etwas Verpflegung kaufe. Dann nach 6:00 Uhr mit dem Zug nach Lausanne weiter.

Ein toller Tag kündigt sich an

Die Maskenpflicht stört mich nicht gross. Ich lese ein wenig und bestaune den wunderschönen Tag, welcher anbricht. Der Zug fährt entlang des Jura-Südfusses am Bieler- und Neuenburgersee vorbei und im Süden lockt unter wolkenlosem Himmel bereits die Alpenkette. In Lausanne steige ich um und 20 Minuten später steige ich in Montreux aus dem Zug. Das Abenteuer kann losgehen.

Neuenburgersee mit Alpenkette in der Ferne

Montreux – Rochers de Naye

Um 8:15 Uhr nehme ich meine Gesichtsmaske ab und starte die GPS-Uhr. Ursprünglich hatte ich mir vorgestellt, direkt am See zu starten. Aber nur runter zu laufen, um wieder hoch zu gehen, macht mir nun zu wenig Sinn. Der Wegweiser zeigt 5h 10 min bis zum Rochers de Naye. Ich nehme mir vor, bis am Mittag oben zu stehen.

Start in Montreux. Erstes Ziel: Rochers de Naye

Der Rucksack wiegt mit etwa 3 Litern Flüssigkeit wohl rund 18kg. Ich habe etwas Respekt vor diesem Gewicht. Ebenfalls Respekt habe ich vor den 1’600 Höhenmetern, welche nun direkt vor mit liegen. Auf dem ersten Kilometer durch die Stadt fühle ich mich noch etwas unsicher. Dann geht es direkt beim Portal des Glion-Tunnels unter der Autobahn durch und in die Gorge de Chauderon.

Der Lärm der Autobahn verschwindet und das Rauschen des Bachs beruhigt mich. Als dann die Steigung richtig anfängt, mache ich eine kurze Pinkelpause, packe meine Trekking-Stöcke aus und packe das Handy von der Beintasche in die Hüfttasche des Rucksacks um. Nun sitzt alles richtig und der Spass beginnt entsprechend. – Die Schlucht ist wirklich schön und ich finde es etwas schade, als ich diese nach weniger als einer Stunde Marschzeit bereits wieder verlasse und nach Glion komme.

Gorge du Chauderon

Es geht dann stetig aufwärts und dort wo die Sonne hinscheint, ist es auch schon ordentlich warm. Ich teste meinen neuen 2-Liter-Trinkrucksack und muss zuerst mal das Ventil frei machen, welches immer noch in Schutzfolie eingeschweisst ist. Man sollte solche Sachen vor einer Tour testen.

Der Weg führt teilweise in gemütlichen Serpentinen, dann wieder in giftigen Steilstücken aufwärts. Ab und zu kreuze ich das Trassee der Zahnradbahn, welche zum Rocher de Naye hochführt. Motivierend ist der Ausblick, welche sich schon nach wenigen hundert Höhenmetern auf den Genfersee bietet. Das macht Lust auf mehr.

Erster Ausblick auf den Genfersee

In Caux habe ich dann schon fast die Hälfte des Aufstiegs geschafft. Hier befindet sich ein Parkplatz, wo sich verschiedene Familien für eine Wanderung bereit machen. Ein Vater zieht vor mir ab wie die Feuerwehr. Die Mutter kann noch halbwegs folgen, der Sohn im unteren Primarschul-Alter kommt nur mit Mühe mit. Mir ist klar, dass dies nicht lange so funktionieren wird. Ich kann langsam an der Familie vorbeiziehen und bald darauf bricht ihr Tempo zusammen und sie sind nirgends mehr zu sehen.

Dafür wird nun der Blick auf den Rochers de Naye frei. Die Antenne auf der Bergspitze ist klar zu erkennen und das Ziel somit nicht zu verfehlen. Ich bleibe nicht auf der Original-Via-Alpina-Route, sondern steche eine steile „Abkürzung“ ziemlich direkt nach oben. Ich merke, wie ich ständig meine Uhr kontrolliere und meine Ankunftszeit am Gipfel zu berechnen zu versuche. Eigentlich sollte dies ja ein „gemütliches“ Wanderprojekt werden, mein sportlicher Ehrgeiz drückt aber etwas durch, was mich ein wenig nervt. Ich bin ja in den Ferien und nicht auf der Flucht!

Höchster Punkt mit Antenne: Rochers de Naye

Um 10:30 Uhr habe ich rund 1’000 Höhenmeter hinter mir und komme aus dem Wald. Zum Glück ist der Berg so steil und ich bin auf der Westseite. So bleibe ich im Schatten. Am Nachmittag möchte ich hier nicht hochsteigen, dann wird das mörderisch mit der Sonneneinstrahlung. Mein Handy klingelt und beim ersten Mal lasse ich es einfach sein. Beim zweiten Versuch mit der selben Nummer gehe ich ran und bekomme prompt einen Auftrag zugesichert. So macht geschäften Spass! Ich schicke dem Kunden zum Dank ein Bild des Genfersees.

Nachdem es in Serpentinen über eine steile Weide hochging, folgt ein noch steileres Stück durch ein enges Couloir. Mit dem schweren Rucksack ist es hier etwas tricky und ich bin froh, als ich diese Stelle überwunden habe und auf dem Grat bin. Hier bleibe ich kurz stehen und mache ein Bild der Aussicht, welche von Montreux über Vevey, Lausanne bis nach Genf reicht. Ein Traumtag und es ist ein Geschenk, heute hier oben zu stehen.

Genfersee von unterhalb Rochers de Naye

Die restlichen 200 Höhenmeter gehen dann gut, da bereits das Mittagessen lockt. Kurz vor 11:30 Uhr stehe ich auf der Terrasse des Restaurants und ziehe trockene Sachen an. Dann gibt es Rösti und reichlich Apfelschorle zum Mittagessen. Nach dem Essen kurze Toilettenpause und dann geht es nach rund 45 Minuten bereits wieder weiter. Hier oben hat es ziemlich viele Leute und deshalb bin ich froh, dass ich wieder weg komme.

Rochers de Naye

Rochers de Naye – La Lécherette

Als nächster Höhepunkt wartet heute Nachmittag der Lac de l’Hongrin auf mich. In der Ferne ist er vom Rochers de Naye bereits zu erkennen. Ich bin gespannt, ob ich die Gegend immer noch so toll finde, wie ich es damals in der RS tat. Mit der Route hatte ich mich nicht so genau beschäftigt und bin deshalb etwas erstaunt, wie steil es runtergeht. Ich merke, dass ich nun zuerst rund 900 Höhenmeter (also mehr als die Hälfte vom vorherigen Aufstieg) absteige und dann wieder 160 Meter bis zum See aufsteige.

Vor allem die ersten 400 Meter Abstieg zum Col de Chaude haben es teilweise ziemlich in sich. Enge steile Trails, welche wiederum mit dem schweren Rucksack nicht zu unterschätzen sind. Ich gehe vorsichtig ans Werk und nutze vor allem auch die Stöcke, als zusätzliche Sicherheit. Mit einem leichten Trailrucksack ist man schon etwas agiler unterwegs, muss ich feststellen. Ich denke auch an meine Kollegen Markus und Bruno, welche gegenwärtig auf der Via Alpina von Osten nach Westen unterwegs sind. Nächste Woche werden sie sich hier hochkämpfen.

Der Lac de l’Hongrin glitzert in der Ferne

Ab dem Col de Chaux geht es dann einfacher und ich packe meine Stöcke auf den Rucksack. Auf Fahrstrassen, über Weiden und durch Wälder geht es stetig leicht und locker abwärts. Ich treffe nur sehr vereinzelt auf andere Leute und geniesse einfach die schöne und mir unbekannte Gegend.

Gut 18km zeigt die Uhr, als ich den tiefsten Punkt erreiche und die kurze Steigung zum Lac d’Hongrin beginnt. Ich habe im Vorfeld ausgerechnet, dass ich sicher 35km pro Tag machen muss, um mein Programm bis Donnerstag zu schaffen. Nun wäre also Halbzeit für heute. – Der Aufstieg zur Staumauer ist dann in der Mittagshitze ziemlich schweisstreibend. Anscheinend ist dies eine beliebte Velostrecke, dann grad mehrere Pedaler überholen mich oder kommen mir entgegen. Oben dann ein kurzer Ärgermoment: Eine Autofahrerin wendet vor dem Fahrverbot so ungeschickt, dass sie mir den Weg abschneidet und ich ausweichen muss. Wenn ich in Bewegung bin, dann will ich einfach in Bewegung bleiben! Keine Zeit für Pausen jetzt!

Lac de l’Hongrin

Meine Laune steigt aber rasch wieder. Der See ist einfach wirklich wunderschön und so harmonisch in die Landschaft eingebettet. Je nach Perspektive hat man das Gefühl, man befindet sich an einem Fjord in Norwegen. Es hat einige Campingbusse hier und an den Ufern baden oder fischen die Leute. – Für mich liegen 7 schnelle Kilometer bis La Lécherette bereit. Auf der Strasse probiere ich zügig zu gehen und meinen Stundenschnitt etwas nach oben zu bringen.

Lac de l’Hongrin

Mittlerweile wandere ich seit rund 6 Stunden. Ich versuche regelmässig zu trinken, um nicht total zu dehydrieren. Der Schweiss läuft ununterbrochen und die Sonne steht immer noch hoch am Himmel. Ich stelle mir einen kleinen Laden in La Lécherette vor, wo ich kühle Getränke und ein grosses Glace kaufen kann. Mit diesem Bild im Kopf pushe ich mich vorwärts. Zwischendurch werfe ich mal ein Salztablette ein, damit ich den grossen Salzverlust etwas ausgleichen kann.

Lac de l’Hongrin mit Rochers de Naye im Bildhintergrund

Ich erreiche dann das Ende des Sees und der Weg steigt etwas an. Nun komme ich ins Gebiet der militärischen Infrastruktur und ich bin gespannt, was ich noch wiedererkenne. Die Schiessplätze liegen am südlichen Ufer und diese sehe ich deshalb nicht. Die Unterkunft liegt aber zwischen See und La Lécherette. Nach dem kurzen Aufstieg komme ich an den Fahrzeug-Parkplätzen und Einstellhallen vorbei. Es herrscht aber kein Betrieb, anscheinend ist grad Sommerpause. Vor der Truppenunterkunft steht immer noch ein Centurion-Panzer. Den gab es bereits vor über 20 Jahren hier. Sonst habe ich das Gefühl, die Gebäude seien ausgebaut worden. Ich gehe der Sache aber nicht näher auf den Grund, da ich in den imaginären Laden in La Lécherette will.

Centurion-Panzer bei der Truppenunterkunft „Petit Hongrin“

6.5 Stunden gewandert, 28 Kilometer in den Beinen und dann bleibt der Laden imaginär! Kein Laden, kein Kiosk, kein Tankstellenshop, keine kühlen Getränke, keine Glace! – Erschöpft schmeisse ich den Rucksack an den Wegweiserpfosten und setze mich auf ein Mäuerchen daneben.

Lageanalyse:
Erste Frage: Soll ich mich auf die Suche nach einer Einkaufsmöglichkeit machen? – Nein. Ich habe alles was ich brauche, nur halt keine kühlen Getränke und Glace.
Zweite Frage: Welche Route soll ich ab hier nehmen? Die südliche interessante Route über die Berge oder die nördliche einfachere Variante durch das Tal? – Was ich heute bereits gelernt habe ist, dass ich die Höhenmeter genauer anschauen muss. Und so stelle ich fest, dass die südliche Route wahrscheinlich sogar die einfachere Variante ist. Also treffe ich den Entscheid, ab La Lécherette auf die Höhen von Par Cornet aufzusteigen und mich „obendurch zu schleichen“
Dritte Frage: Wie lange wandere ich heute und wo übernachte ich? – Kann ich noch nicht beantworten. Mal sehen, wie es läuft und was sich anbietet. Die 35km will ich aber grundsätzlich heute erreichen.

La Lécherette – Fenêtre d’Arnon

Ab jetzt betrete ich tatsächlich „terra incognita“ für mich. Von hier bis nach Stechelberg kenne ich im Prinzip nur den Lauenensee, an dem ich mal einen Kaffee getrunken habe. Sonst kenne ich eigentlich nur die Ortsnamen, war aber praktisch noch nirgends. Spannend also, neue Gebiete zu erwandern. Der Auftakt ist dann auch gleich vielversprechend. Sanft steige ich über Wiesen und durch Wälder rund 300 Höhenmeter nach Pra Cornet auf. Einsames Genusswandern vom Feinsten!

Wunderschöner Pfad im Aufstieg nach Pra Cornet

Es geht schon gegen 16:30 Uhr, als ich die Hochebene rasch durchschreite. Ein paar Biker und Wanderer steigen aus dem umliegenden Höhen runter und machen sich auf den Heimweg. Für mich ist noch nicht Feierabend. Die 300 gewonnenen Höhenmeter vernichte ich dann wieder runter nach Les Maulatreys.

Pra Cornet

In Les Maulatreys habe ich mein Tagesziel von 35 Kilometern im Prinzip erreicht. 8 Stunden Wanderzeit würden im Prinzip auch reichen, um den Tag voll rechnen zu dürfen. Es ist aber erst 17:30 Uhr und ich habe noch genügend Zeit, ein paar Kilometer von morgen vorzuholen. Der vor mir liegende steile Anstieg (450 Hm) nach Toumalay macht mir aber etwas Sorgen. Ich entschliesse mich deshalb, die ersten 150 Meter bis zu einer kleinen Hütte aufzusteigen, dort ein Nachtessen zu kochen und nachher in den Abend rein weiterzuwandern.

Die 150 Meter sind rasch geschafft und mein neuer Kocher und die erste Fertigmahlzeit bekommen ihre Feuertaufe. Ich wähle Chili con Carne als Menü aus. Die Kocher funktioniert wunderbar. Irgendwie habe ich es aber mit der Wassermenge oder dem nachgaren nicht so richtig hinbekommen und das Chili schmeckt dann eher dürftig. Die Bohnen sind zu hart, der Rest ist zu flüssig. Ich schaffe es auf jeden Fall nicht, die ganze Portion zu vertilgen. Rasch wieder zusammenpacken und den Aufstieg zu Ende bringen.

Nachtessen

Die Schatten werden länger, die Temperaturen angenehmer und die Landgschaft gefühlt immer besser. Nach der Alp Toumalay steige ich über die Weiden bis auf 1876m auf und stehe dann vor einer eindrücklichen Steinmauer, welche sich quer über die Wasserscheide zieht. Hier muss ich nochmals entscheiden, wie ich meine Route wählen will. „Hardcore“-Variante rechts hoch zum Col de Seron oder die „Softie“-Variante, mehr oder weniger auf gleicher Höhe rüber zum „Fenêtre d’Arnon“ schleichen.

Rechts hoch zum Col de Seron oder links rüber Richtung Fenêtre d’Arnon?

Marschzeit 9.5 Stunden, 38 Kilometer auf der Uhr. – Welcher Weg darf es sein?

Ich nehme mir etwas Zeit für das Kartenstudium. Meine Entscheidung hat Auswirkungen auf Morgen und womöglich auf die ganzen vier Tage. Südlich (Col de Seron) war meine bevorzugte, spektakuläre Route. Nördlich wäre die etwas einfachere, direktere Route. Für morgen Nachmittag und Abend sind heftige Gewitter angesagt. Das heisst, ich werde nicht einfach irgendwo biwakieren wollen, sondern mir ein Zimmer nehmen. Zudem weiss ich nicht, wann die Gewitter kommen und wie viele Kilometer ich morgen marschieren werden kann.

Ich entscheide mich auf die „Sicherheitsvariante“ und setze mir als Tagesziel für heute das „Fenêtre d’Arnon“, hoch über dem Arnesee. Bis dort will ich wandern und mir dann einen schönen Biwakplatz suchen.

Blick zurück über malerische Alpen

Ein Blick zurück, von wo ich gekommen bin. Macht Freude, wenn man den Fortschritt sieht! – Dann geht es in den „Endspurt“ für heute. Bei der Alp Seron fülle ich meine Wasservorräte nochmals auf und freue mich an den fröhlichen Schweinen, welche sich hier auf der Weide im Tümpel suhlen. Da kann man auf jeden Fall nicht von Fleischfabrik sprechen.

Glückliche Schweine

Dann noch eine Alp und noch ein letzter Aufstieg zum Pas de Clé. Ich scheue noch eine Gämse auf, welche vor mir flüchtet. Es tut mir etwas leid, dass ich ihr den friedlichen Abend verdorben habe. Meinen Frieden lasse ich mir aber nicht nehmen. Ich komme zum „Fenêtre d’Arnon“ und marschiere dort über die Krete auf die Ostseite, damit ich am Morgen den Sonnenaufgang aus dem Schlafsack beobachten kann.

Letzter kleiner Anstieg am Fenêtre d’Arnon. Die tiefe Abendsonne im Rücken.

Um 20:30 Uhr stoppe ich die Uhr. Von 12h 15min, welche ich seit Montreux unterwegs war, bin ich 10h 35 min gewandert. 41 Kilometer und 3’000 Höhenmeter aufwärts. Es war Genusswandern dabei, es war aber auch viel sportliche Herausforderung drin. Ich bin sehr zufrieden und glücklich und bin gespannt, was der morgige Tag bringen wird.

Ich hänge meine nassen Kleider an den Weidezaun, welcher lustigerweise genau die Sprachgrenze (Kantonsgrenze Waadt-Bern) bildet. Die Weide ist so weich, dass ich auf meine aufblasbare Matte verzichte und den Schlafsack einfach auf den Biwaksack lege. Ein mässiger Westwind zieht über die Krete, als ich mich nach 21:00 Uhr in den Schlafsack kuschle. Super Abschluss für einen super Tag!

Super Biwakplatz mit Blick nach Osten gefunden. Morgen geht es über den Blattipass, rechts des rechten Zaunpfahls

 

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