Run for Hope / Tag 1 / Mönchsjoch – Täsch

Datum: Fr, 13.09.2019
Route: Mönchsjoch – Jungfraujoch – Aletschgletscher – Märjelensee – Riederalp – Bitsch – Visp – Täsch
Brigitte’s Strecke: 84km
Anja’s Strecke: 84km
Anni’s Strecke: 40km
Martin’s Strecke: 39km
Chrige’s Strecke: 25km

Ich kann nicht einschlafen und versuche einfach ein wenig zu ruhen. Dann kommt der Drang auf, aufs WC zu gehen, gegen welchen ich versuche anzukämpfen. Ich habe keine Lust aufzustehen, alle zu wecken, und dann nach draussen ins externe Toilettenhaus zu gehen. Als ich dann aber auch noch Kopfweh bekomme und es mir schlussendlich übel wird, gibt es keinen Ausweg mehr als die Toilette. Nachdem der Darm entleert ist, muss ich mich gleich noch übergeben. – Der neue Tag beginnt also mit einem grossen Reset!

Ziemlich gerädert setze ich mich auf die Bank vor der Hütte und geniesse die Stille und den Vollmond hier oben auf 3’650 Metern über Meer. Die stressigen letzten Tage und der rasche Aufstieg auf diese Höhe fordern ihren Tribut und ich freue mich auf die Gletschertour und darauf, wieder in tiefere Lagen zu kommen. Ich bin gespannt, wie sich die nächste Woche entwickeln wird. – Ich sitze nur wenige Minuten da, als Anni rauskommt. Sie hat auch Kopfweh und kann nicht schlafen. Wahrend sie zur Toilette geht, gehe ich zurück in mein Bett und finde tatsächlich noch etwas Ruhe.

Um 4:45 Uhr geht der Wecker, 5:00 Uhr Frühstück. Ich habe nicht richtig Appetit und habe entsprechend rasch gegessen. Dann alles zusammenpacken und kurz nach 5:30 Uhr verabschieden wir uns von Karin, welche mit der ersten Bahn wieder runterfahren wird und den Bus ins Wallis fährt.

Um 6:00 Uhr sind wir beim Jungfraujoch und teilen uns in zwei Seilschaften auf. Nico nimmt Anni und Anja ans Seil. Brigitte, Chrige und ich hängen uns an Marcel. Unsere Gletschertour kann beginnen. – Die Morgenstimmung ist wunderschön. Ich muss mich anfangs jedoch darauf konzentrieren, das Seil immer gestreckt zu halten. Chrige, welche am versiertesten am Seil ist, marschiert zu hinterst und gleicht das „gestolpere“ von Brigitte und mir aus. Zwischendurch brauchen wir mal die Steigeisen, im Flachen können wir dann wieder ohne Steigeisen und auch ohne Seil gehen.

Anseilen auf dem Jungfraujoch im Morgengrauen

Morgenstimmung auf dem Gletscher

Der Tag bricht an. Bis Monaco ist es noch ein weiter Weg!

Die Stimmung ist gut und alle geniessen die Gletscherwanderung. Nach 3 Stunden haben wir den Konkordiaplatz passiert. Hier stehen wir auf 900 Metern Gletschereis. Zu Denken gibt aber die Tatsache, dass die Konkordiahütte, welche früher am Gletscher stand, heute rund 150 Meter darüber trohnt. Und es ist nicht die Hütte, welche nach oben gewandert ist.

Die Routensuche durch die Spalten kann recht tricky sein.

Nach dem Konkordiaplatz suchen unsere Führer einen guten Weg durch ein grosses Spaltengebiet. Das braucht etwas Geduld, aber schlussendlich sind wir auch da sicher durch. Nach 5:30h Marschzeit verlassen wir den Gletscher beim Märjelensee. Genau im Zeitplan. Brigitte, Anja und Anni wechseln auf die Trailschuhe und machen sich kurz vor Mittag auf Richtung Riederalp. Chrige, Marcel, Nico und ich packen das Gletschermaterial ein und marschieren durch den Tunnel vom Märjelensee zur Fiescheralp, von wo wir mit der Bahn ins Tal fahren.

Im Hintergrund das Matthorn. Bis fast dorthin soll es heute noch gehen.

Kurze Rast nach dem Gletscher. Anni schon in Trailschuhen. Chrige mit Wanderschuhen im Überfluss.

Karin und Andrea warten in Fiesch mit den Fahrzeugen. Ich bringe dann mit dem Bus Marcel und Nico nach Visp auf den Bahnhof und hole dort Silvia ab, welche direkt ins Wallis angereist ist. Andrea, Chrige und Karin fahren direkt nach Bitsch, wo die erste Zwischenverpflegung für die Läuferinnen eingerichtet wird. – Auf dem Trackmaxx-Livetracking können wir dann verfolgen, wie sich die Läuferinnen-Gruppe dem Talboden nähert. Da sie nicht genau auf der geplanten Route sind, fahre ich mit dem Bike etwas entgegen und lotse sie zum Camper. Kurz nach 15:00 Uhr ist dann das ganze Team zum ersten Mal vollständig vereinigt und es gibt eine grosse Pfanne Pasta.

Ankunft in Bitsch

Das Tagesprogramm ist aber noch lange nicht abgeschlossen. Übernachten wollen wir in Täsch. Bis dorthin sind es noch rund 44 Kilometer. Um 16:00 Uhr sind Brigitte und Anja wieder auf den Beinen und laufen auf dem Radweg entlang der Rhone das Wallis abwärts. Ich begleite die beiden mit dem Bike und versuche vorzu eine möglichst optimale Route zu finden.

Kleine Abkühlung vor Visp

Es ist sehr warm hier unten im Tal und so stürmen wir in Visp kurz einen Laden, um gekühlte Getränke zu kaufen. Nach der kurzen Pause geht es rein ins Vispertal. Es sind immer noch über 30 Kilometer bis zum Tagesziel Täsch.

Auftanken in Visp

Während Chrige, Andrea und Anni mit dem Camper direkt nach Täsch gefahren sind, warten Karin und Silvia mit dem Bus vor Stalden nochmals auf uns. – Kurz etwas trinken und dann wieder weiter. Nun beginnt der Anstieg ins Mattertal. Es sind noch rund 25 Kilometer bis Täsch. Brigitte und Anja sind gut unterwegs. Mittlerweile sind sie aber seit über 12 Stunden unterwegs und hätten langsam Lust auf Feierabend.

Langer Tag, aber Stimmung gut

Ich geniesse die abendliche Biketour und lege das Augenmerk vor allem drauf, dass wir nicht irgendwie vom Weg abkommen und zusätzliche Kilometer machen müssen. Um 20:15 Uhr treffen wir dann Karin und Silvia nochmals in St. Niklaus. Letzte Verpflegung und umschalten auf Nachtmodus. Warme Kleider und Stirnlampen montieren. Ich gebe das Bike mit dem Bus mit und wechsle auf laufende Begleitung.

Auf tollen Trails Richtung Täsch

Um 20:45 Uhr machen wir uns auf für die letzten 14 Kilometer des Tages. Es zieht sich auf dieses Täsch! Und ein paar Höhenmeter sind auch noch zu überwinden. Anja ist mit meinen Angaben der Restkilometer nicht so zufrieden. Es ist aber gar nicht so einfach, das stets richtig im Griff zu haben.

Um 22:45 Uhr ist dann endlich Feierabend und wir treffen beim Campingplatz in Täsch ein. Brigitte und Anja waren über 17 Stunden unterwegs und haben 84 Kilometer zurückgelegt. Wir sind genau im Zeitplan und ich habe Riesenspekt vor der Leistung der Frauen. Ich habe aber auch grossen Respekt vor der Strecke, welche bis Monaco noch vor uns liegt.

Vor dem Schlafen heisst es noch verpflegen, kurze Planung und Briefing für Morgen und eine Massage durch Chrige. Vor Mitternacht ist dann Nachtruhe. Die Tagwache wird auf 5:30 Uhr angesetzt.

Nachtessen, Planung, Briefing im Womo

 

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