Aargauer Volkslauf 2017 – Familientag

Vorgeschichte

Nach dem Zürich Marathon hatte ich nicht so viel Lust zum Laufen. Zudem lief viel im Geschäft und mein 40. Geburtstag fand auch noch statt. Auf den Aargauer Volkslauf hatte ich gar keine Lust. Zu kurz, zu schnell, zu leistungsorientiert. – Da sich aber Silvia als Helferin angemeldet hatte, meinte ich könnte nicht kneifen. Als ich mich angemeldet hatte, stellte sich dann heraus, dass meine Annahme falsch war. Silvia meinte ich würde zu Hause die Jungs hüten, während sie in Aarau wäre. Zum Glück war schönes Wetter und so beschlossen wir zu viert nach Aarau zu fahren und während Silvia Finisher-Säcke verteilt, würden wir Männer alle am Lauf teilnehmen.

Um nicht wieder frustriert nach Hause zu fahren, wie nach dem Zürich Marathon, habe ich mein Ziel sehr konservativ gesetzt. Zeitlich die 10 Meilen oder rund 16 Kilometer einfach unter 1:30h und vor allem den Lauf geniessen. Glänzen würde ich damit zwar nicht, aber das ist auch nicht wichtig. Wichtig ist, dass ich mit Spass laufe und die Bewegung und die Natur geniesse. – Mit dieser Einstellung ging ich am Samstag Abend ins Bett und freute mich auf den Familien-Lauf-Sonntag!

Vor dem Rennen

Wir sind schon nach 9:00 Uhr in Aarau und melden zuerst mal die Jungs für die Kinderrennen nach. Dann helfen wir beim Aufbau der Infrastruktur im Zielbereich und Silvia richtet sich für die Abgabe der Finisher-Säcke ein.

Um 10:30 Uhr startet dann Remo in der Kategorie U10. Er spult seine Kilometer-Runde ohne Probleme ab. Um 10:45 Uhr ist David dran. Er muss zwei Runden laufen und kämpft etwas auf der zweiten Runde. Im Ziel ist aber auch er zufrieden.

Nach 11:00 Uhr habe ich Hunger und genehmige mir noch einen Hotdog. Silvia und die Jungs sind am Säcke verteilen und ich habe etwas Zeit für mich. Auf dem Handy lese ich die Nachricht vom Unfall-Tod von Ueli Steck. Ja, es gibt wichtigere Sachen als das Resultat beim Volkslauf. Ueli Steck war nur wenige Monate älter als ich. Letztes Jahr habe ich vor dem Eiger Ultra Trail ein paar Worte mit ihm gewechselt. Er war ein Wahnsinns-Typ.

Eine halbe Stunde vor dem Start mache ich mich dann langsam bereit. Ich jogge noch ein paar Schritte und fühle mich soweit gut. Mal sehen, was das Rennen bringt. Ich treffe die Schöftler Jacqueline, Pius und Pascal. Zudem zu meiner Überraschung unseren Lehrling Matthias, welcher sich für den 10km-Lauf angemeldet hat. Fünf Minuten vor dem Start stelle ich mich ziemlich weit hinten ins Läuferfeld. Mal sehen, was die nächsten anderthalb Stunden bringen.

Rennen

Vom Start bis Kilometer 3 ist ein ziemliches Gedränge. Die Strecke ist meist relativ eng und das Feld muss sich erst sortieren. Da ich weit hinten gestartet bin, kann ich in der Meute gar nicht zu schnell laufen. Nach Kilometer 3 gibt es dann mehr Platz und ich kann mein eigenes Tempo suchen. Ich probiere mich zurück zu halten und nicht zu schnell zu werden. Das funktioniert soweit auch.

Bei der ersten Verpflegung greife ich mir einen Becher Wasser. Ich trinke nur einen kleinen Schluck und mache mir mit dem Rest das Shirt nass, um mich zu kühlen. Die Kilometer gehen gleichmässig runter und ich fühle mich gut. Ungefähr bei Kilometer 7 hänge ich mich dann an einen älteren Läufer mit einem orangen Finisher-Shirt vom Luzern-Marathon 2011. Er läuft eine gleichmässige Pace, welche mir passt und ich will versuchen an ihm dranzubleiben.

Wir erreichen den östlichsten Punkt der Strecke in Rupperswil. Dort wenden wir und kurz darauf überqueren wir beim Stauwehr des Kraftwerks die Aare. Hier ist auch die 8km-Marke und somit die halbe Strecke geschafft. Ich bin vom Tempo her gemäss meiner Erwartung unterwegs. Ich fühle mich soweit gut und kann immer noch recht ruhig atmen. Der Puls nähert sich langsam der 180er-Marke. Ich konzentriere mich auf meinen Pacemaker und versuche dranzubleiben.

Es ist ein herrlicher Frühlingstag. Welche Wohltat nach der verregneten Woche. Viele Velofahrer, Wanderer und Familien sind an der Aare unterwegs. – Bei mir kommen wieder die ersten Gedanken an eine Gehpause. Nicht das irgendeine Not bestehen würde, es kommt einfach wieder die Idee, dass es im Gehen gemütlicher wäre. Ich weiss aber, wenn ich jetzt damit anfange, dann wirds ein mühsamer Schluss.

Bei der Badi Biberstein liegt mein Puls nun konstant und deutlich über 180. Ich bin nicht sicher, ob ich das bis ins Ziel durchhalten kann. Es sind immer noch rund 5km. Bis zu Kilometer 12 bleibe ich an meinem Pacemaker dran. Dann entscheide ich, dass ich ihn ziehen lasse und es etwas langsamer angehe. Es ist besser, die letzten 5 Kilometer genussvoll in 23 Minuten, als leidend in 20 Minuten zurück zu legen.

Mein Plan geht auf. Ich laufe das Rennen ruhig zu Ende und kann auf der Bahnrunde am Schluss noch ein wenig zusetzen. Nach 1:22:21 bin ich im Ziel. Vor zwei Jahren war ich schon mal 6 Minuten schneller. Ist mir aber egal. Ich habe trotzdem Freude am Finish und habe den Lauf soweit genossen.

Fazit

Bei diesen „kurzen“ flachen Läufen geht es ziemlich zur Sache und die Dinger sind eigentlich zu schnell für mich. Aus Schöftland sind Jacqueline, Pius und Pascal bei den 10 Meilen mitgelaufen. Da nervt es mich natürlich irgendwie, wenn ich klar der langsamste bin. Andererseits hatte ich Spass und war nachher sehr zufrieden und die Zeit war für mich zweitrangig. Ich denke mit dieser Einstellung muss ich an solche Läufe ran.

Als nächstes steht der Ultra Bielersee am 13. Mai an. Grundsätzlich einer meiner Lieblingsläufe. Ich bin aber nicht sicher, wie mein aktueller Formstand wirklich ist. Deshalb wird mein Ziel sein, die 50km in unter 5 Stunden zu laufen. Dies ohne den absoluten Kampf und möglichst gleichmässig und kontrolliert.

Einen Monat später stehen dann die 100km in Biel auf dem Programm. Dort möchte ich einmal unter 10 Stunden laufen. Für dieses Jahr sehe ich dies aber nicht als realistisch und wenn ich es nochmals unter 11 Stunden schaffe, bin ich sehr zufrieden.

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